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Nie zu spät für Neues

Lebenslang Lernen: Ein spätberufener Entwickler …

Häufig fragt man mich nach meinem  „Gründungsfieber“ und warum ich nicht „ruhiger“ werde.
Kann ein Mensch in „fortgeschrittenem Alter“ wirklich seine Karriere immer noch selbst in die Hand nehmen und radikal umgestalten?

Uneingeschränkt JA!

Ein tragendes Beispiel aus meinem persönlichen Umfeld und ich wähle bewußt NICHT den klassischen Wandel vom Angestellten zum Unternehmer.
Nein, ich zeige es anhand eines spätberufenen Software-Entwicklers auf:

„Von 0 auf 100: Mit >40 ein Einstieg als Entwickler in die Softwarebranche“

Die Ausgangssituation: Eine Google-Abfrage mit den Stichworten „Job“ und “ „Entwickler“ liefert über 1 Mio. Treffer, das gleiche bei „Job“ und „Buchhalter“ oder „Job“ und „Fertigung“ jedoch nur ca. 500.000.
Das Gehaltsniveau im Softwarebereich, laut Absolventa DE – Jobs „gehalt-softwareentwickler“, liegt bei ca. 40 T€ und steigert sich im Laufe der ersten Berufsjahre sehr rasch, Schritt für Schritt, auf dann ca. 60 T€!
Die Prognose für offene Stellen und Berufsaussichten ist allgemein für die nächsten 10 Jahre sensationell!
Noch Fragen bzgl. Perspektive?

Die häufigste Falschdarstellung zu diesem Thema: „Ältere Arbeitnehmer und Quereinsteiger tun sich schwer bei der Arbeitsplatz-Suche als Entwickler in der Software-Branche.

Diese Geschichten haben alle eines gemeinsam: Sie stammen von Menschen, die seit langer Zeit in der Branche tätig sind und nur häufig nur noch veraltete Technologie-Erfahrungen und überholte Einstellungen vorzuweisen haben.

Aber auch das würde kein Problem darstellen: Die persönliche Einstellung ist wie das Wort sagt Einstellungssache und die weniger glamourösen Technologiebereiche (namentlich ein paar Leckerbissen: COBOL (veraltet), SAP Basisentwicklung (unsexy), Mainframe (uralte Großrechnertechnik))
werden in Nischenbereichen und Großunternehmen auch heute noch händeringend gesucht um bestehende Abdeckungslücken zu schließen.

Alles in Allem steht einer Beschäftigung als Software-Entwickler damit nichts im Weg!

Prognose: 22 Prozent Wachstum von 2012 bis 2022, viel schneller als der Durchschnitt für alle anderen Berufe.
Der Hauptgrund für das schnelle Wachstum: Ein heftiger Anstieg der Nachfrage nach Softwarelösungen – weltweit!

Also keine Ausreden von wegen:

  • Einsteiger haben keine Chance
  • Ältere Personen werden nicht berücksichtigt

Lernen Sie die aktuellen und modernen Techniken
(Heiß: JAVA, JavaScript, CSS, HTML5, Erlang, Webframeworks) und frischen Sie Ihre Einstellung und Arbeitsweise in Richtung „agile Softwareentwicklung“ z.B. SCRUM auf!

Beginnen Sie noch heute!  Eine OpenSource Projektcommunity (GitHub etc.) ist der ideale Start. Studieren Sie den Code und arbeiten Sie sich durch.
Do it yourself ist angesagt!

Mit der Investition in 2-3 gute Bücher und jede Menge autodidaktischer Einsatz auf Internet-Basis bringt Sie in 3-6 Monaten auf ausreichendes Niveau um das erste Bewerbungsgespräch zu führen.

Und Sie werden sehen:

  1. laufen die Gespräche gar nicht so ab wie Sie das gedacht haben
  2. erhalten Sie unbezahlbare Infos wie und wo Sie weitermachen können

Dass Sie älteren Semesters sind ist kein echter Nachteil!

Ihre berufliche Veränderung nimmt man alleine deshalb schon ernst und wahr, weil es Bereitschaft zeigt „Angewohnheiten und Arbeitsweisen zu ändern“
DAS ist Prio 1 was der Arbeitgeber fordert – neben hingebungsvoller Arbeitsweise und fachlicher Kompetenz.

Sie wollen sich verändern, Sie haben sich fokussiert, Sie haben ein bestimmtes Ziel im Auge!
Berufserfahrene Menschen, egal in welcher Branche können häufig besser ihre eigenen Fähigkeiten und Schwächen einschätzen.
Sie kennen sich und Ihre wahren Interessen schon sehr lange 🙂

Sie Softwareentwickler?
Wirklich gut?

Um im Bereich Software-Entwicklung wirklich gut zu sein bedarf es der Erfahrung, das ist richtig und doch dreht sich das Technik-Rad sehr schnell und eine Erfahrungshorizont von 1-2 Jahren (nach der ersten Junior-Phase) reicht vollkommen aus um als „alteingessen“ zu gelten – vorausgesetzt Ihre Arbeitsqualität und Ihr Anspruch an sich selbst ist hoch!

Einstieg

Beim Einstieg nicht unterschätzen:
Quereinsteiger bringen wertvolle Branchenkenntnisse mit. Ob als ehemalige Krankenschwester mit Erfahrung bei medizinischen Aufzeichnungen oder als Buchhalter, „Bürohengst“ mit Erfahrungen im Bereich Organisation oder Verkauf.
Besonders für Praktiker & Außendienstler gilt: Versicherungsvertreter, Metzger, Dachdecker, Tierarzt oder was auch immer. Sie kennen ihre Branche oder Nische wie aus dem FF!

Der Einstieg beginnt nicht unbedingt in Form einer 1/0 Entscheidung:
Sehr viele Projekte suchen Teilzeit oder freie Unterstützung. Es gibt mittlerweile unzählige Projektplattformen bei denen Sie sogar „Remote“-Aufträge im kleineren Volumen an Land ziehen können.

Bevor es soweit ist empfehle ich: Entwickeln Sie im Do-It-Yourself Stil einfach in dem Fachbereich den Sie beruflich kennen ein erstes Projekt auf eigene Faust …
Ohne kommerzielle Absichten und ohne an fremde Konventionen oder Vorgaben gebunden zu sein!
NEIN einfach nur für Sie! Identifizieren Sie einen Nutzen, legen Sie Wert auf höchste Benutzerfreundlichkeit – also Einfachheit der Bedienung! Legen Sie los …
Spaß, Lernkurve und Selbstvertrauen werden nach ein paar steinigen Wochen das Ergebnis sein … Würden Sie das gleiche Projekt nochmal starten müssen, glauben Sie mir: Sie würden völlig verändert an die Aufgabe herangehen …

Der Entwickler-Markt

Der Markt ist offen und braucht Sie! Sie haben es nur noch nicht realisiert …

P.S.: Die obige Darstellung kann man mit leichten Adaptionen auch auf unternehmerische Felder übertragen nur hier kommen einige zusätzliche Aspekte hinzu die nicht zu unterschätzen sind: Geschäfts- & Liquiditätsplanung, Verkaufs- & Finanzierungs-Strategien, Teambuilding, etc.
Auch eine Kombination aus Beidem (Softwareentwickler & Unternehmertum) ist ein wahrlicher Fundus mit Erfolgspotential – aber Vorsicht: Das könnte sich zur größten Herausforderung Ihres Lebens entwickeln und Sie Zeit Ihres Lebens nicht mehr loslassen 🙂


Der Beitrag ist eine überarbeitete Version eines früheren Beitrags. Das Original finden Sie hier: Heinz Hafner DE – „es-ist-nie-zu-spaet-fuer-neues“

 

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