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Das Gleichnis vom Stuhl am Sandstrand

Ist das Glas in unserer Gesellschaft nun halb voll oder halb leer?

Wird unsere Art zu wirtschaften und wie wir Gesellschaft auf immer noch kommerziellerer Basis aufstellen weiter prosperieren oder im Boden versinken?

Die „Habenden“ in unserer Gesellschaft repräsentieren dabei Tische, Stühle, Trinkbecher, alles, was man sonst noch so braucht, um mit Freunden ein schönes Fest zu feiern.
Die aus den Fugen geratene Balance in Bezug auf Zugriff auf Ressourcen und Lebensgrundlagen für den Rest ist der vom Meer umspülte Sand.

Die dabei entstehende Dynamik dürfte eigentlich keiner weiteren Worte brauchen, oder?

Ein bisschen Titanic-Gefühl macht sich breit bei dem Bild, nicht wahr? Es kommt bei vielen eine gewisse Untergangsstimmung auf wenn sie zusehen wie gleichzeitig die Unbekümmertheit in höchsten Finanzkreisen einerseits und die kämpferische Einstellung der Mittelschicht andererseits dazu führt, dass es zu einem heftigen Gerangel um jegliche Möglichkeit geht dem Strudel des Finanzdrucks zu entkommen oder diesen gar für sich zu nutzen.

Jeder will auf der Haben-Seite stehen.

Welche das ist?

Ganz einfach: Wer es geschafft hat „das Vermögen“ für sich arbeiten zu lassen, den nennt man Investor. Wer es zumindest schafft andere unter sich und für sich arbeiten zu lassen – der ist Unternehmer oder Manager.
Wer also auf der sonnigen Seite des Techno-Kapitalismus lebt, egal ob als erkennbare Gallionsfigur am Horizont der Erfolge oder nicht, der nutzt die Dynamik des Systems für sich.

Also um was geht es dann hier?

Es geht darum Sicherheit zu gewinnen und zu behalten um nicht untergehen, höchstens unterzutauchen. Ja richtig, je unauffälliger und unsichtbarer umso besser!

Viele der „Emporkömmlinge“, man nennt sie auch gerne „Neureiche“, tun sich damit noch schwer, sind gar für was anderes auf die Welt gekommen.
Eine Vielzahl derer die zeigen, dass sie „es geschafft“ haben prahlen und glitzern nur so mit und von Statussymbolen doch das sind eher selten die wirklichen Versteher des Systems.

Wer Aufmerksamkeit auf sich zieht erntet Neid bis hin zu Wut und Haß.

Da gibt es ein paar probate Gegenmittel:

  • Unter sich bleiben
  • Unscheinbar genießen
  • Kein Aufsehen erregen
  • Bescheiden und freundlich wirken

Und dabei doch:

WEITERMACHEN WIE BISHER

Wirklich? Ist DAS das Motto und die Strategie?

Aber hallo, entschuldigen Sie mal!
Was glauben Sie denn?

Meinen Sie wirklich ein einzelner Reicher kann etwas dagegen tun, dass unsere techno-kapitalistisch geprägte Welt nun mal so ist wie sie ist?

Nun bei einem Punkt haben Sie recht:
Macht der Einzelne einen auf Einzelgänger und versucht durch unkontrollierte Großzügigkeit gegen das System anzukämpfen, dann ist er oder sie schön blöd.
Denn das Einzige was damit zu erreichen ist ist gesicherter Niedergang. Quasi zurück in’s Hamsterrad.

Und so blöd ist doch keiner der „es schon mal geschafft“ hat – oder doch?

Nun ja die Vergangenheit zeigt einzelne Schicksale in diese Richtung auf und doch dürfte es sich um eine, fast schon vernachlässigbare, Minderheit handeln.

Also wie dann?

Wie soll dann ein reiner und feiner Mensch, betucht, verständig und frei genug um sich diese Gedanken machen zu müssen,
wie soll er oder sie denn dann denken und handeln?

Nun malen wir doch mal ein subtiles Gegenbild, eine greifbare Vorstellung der heutigen Verhältnisse und leiten daraus ab was zu erwarten ist …

Nehmen wir die heutigen Verhältnisse der Vermögensverteilung so hin wie sie in offiziellen Statistiken dargestellt werden,
dann dürfte schnell klar sein, dass 1 Promille – also ein Tausendstel der Weltbevölkerung – den Jackpot gezogen hat.

Wir reden dabei von folgenden Mengengerüsten:
basierend auf „Aktueller Stand Wikipedia

In etwa 7,4 Mio. Menschen zählen weltweit zur Promille der „Gewinner“, also mit einem Platz auf unserem „Stuhl am Sandstrand“.
Davon überproportional viele in Europa und den USA sodass hier von etwas mehr als 2 Mio. Menschen in diesen beiden Wirtschaftsregionen auszugehen ist.

Nimmt man dann das noch sehr wohlsituierte 1% also nochmal ca. 75 Mio Menschen weltweit oder in Europa + USA in etwa 20 Mio. Menschen.

Es muss ja nicht gleich das „Reichste Zehntel“, also 10% der Weltbevölkerung sein, denn dann würden wir über 750 Mio. Menschen sprechen denen mind. 85% des Weltvermögens gehören. Doch Vorsicht, ein großer Teil derer steckt noch Mitten im Hamsterrad des Systems.
Soll heißen spielt er nicht mehr nach den systemischen Regeln wird er aus der Riege der Gewinner ausgespuckt!

Eine kritische Masse in Bezug auf Menschen und deren signifikantem Vermögen lässt sich aber allemal darin ausmachen mit der Möglichkeit „das Richtige“ einzuleiten und selbst zutun ohne dabei gleich im Alleingang zum System-Verlierer zu werden 🙂

Fragt sich nur noch worauf das hinauslaufen soll hier?

Gehen wir doch davon aus, dass Geld so flüchtig wie Sand ist und dass es schwer sein könnte die Gewinner des Systems dazu zu überreden, die Systemregeln zu eigenen Ungunsten freiwillig zu ändern oder gar gegen die etablierten Regeln des Erfolges eigenes, persönliches Vermögen wieder der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Hier kommt nämlich das nächste Bild mit Wirkung in unserem Gleichnis:

Wer sägt denn schon an seinem eigenen Stuhlbein?

Nun gut, das Dilemma nimmt Gestalt an:
Die Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen die „es geschafft“ haben, also bereits auf der Sonnenseite des Systems stehen wirklich
hoch motiviert sind die eigene Grundlage freiwillig zu schmälern oder gar den Wettlauf in Sachen Vermögen und Macht zu verlassen
dürfte gegen Null gehen.

Es sei denn man schafft eine systemische Antriebskraft zum Wohle aller und setzt diese durch …

Hm … wie könnte das wohl gehen?

Eine Umverteilung im großen Stile?
Ein Umbruch sonders gleichen um die Balance wieder herzustellen?

Aber das würde ja bedeuten, dass dabei unzählige Menschen entgegen ihrer persönlichen Vermögens- & Stellungsinteressen abgeben müssen.
Und das nicht nur im marginalen Bereich wie bei heutigen Charity-Aktionen sondern richtig mächtig viel!

Boah!
Das würde ja ein komplettes Umdenken und einen radikalen Perspektivenwechsel benötigen!

Dann müssten ja diese Menschen nicht nur verstehen sondern auch akzeptieren, dass sie mit der heutigen Strategie des weiter wie gehabt viel stärker an dem eigenen Stuhlbein sägen als dies mit jeglicher Abgabe und aktiver Umgestaltung hin zur Balance geschieht.

Warum?

Na weil eine Privatinsel an der Küste von Brasilien zwar mit Schusswaffengebrauch vor einzelnen Eindringlingen verteidigt werden kann.
Aber weder eine einfallende Masse noch die heute schon kaum zu vertuschenden Umweltschäden am Strand können durch was auch immer im Einzelfall verhindert werden!
Und selbst wenn der Bunker oder die schwimmende Festung zur Sicherung des eigenen Lebens reicht – ist das noch das Leben wofür es sich gelohnt hat?

Damit will ich sagen, wenn systemische Risiken und Schäden vermehrt den Gang der Dinge auch für die Reichsten der Reichen negativ beeinflussen, dann sollte der Punkt erreicht sein an dem sich eine neue Vernunft herausbildet.

Quasi ein Konsens unter den Habenden, dass die Betrachtung der eigenen Spur im Sand und die eigenen Fußabdrücke alleine nicht ausreichen um frei von Schuld an der Misere der heutigen Ungleichgewichte zu sein. Also der vegan lebende Multimilliardär und dessen umweltverträglicheres E-Auto mit prestigeträchtiger PS-Anzahl ist nicht die alleinige Lösung!
Eine bloße Flucht in die Askese oder ein autarkes Einsiedlerleben dürfte auch nicht die optimale Variante für einen schwer reichen Menschen sein 🙂

Der blinde Fleck in Bezug auf systemische Auswirkungen des eigenen Denken und Handelns sollte so schnell als möglich „geheilt“ werden!

Wer heute am Besitzstand festhält und weiterhin das herausfordernde Spiel des weiter, schneller, höher spielt um ganz vorne dabei zu sein, ohne dabei links und rechts davon bemerkt was es bewirkt, der gehört zum alten Eisen und sollte ausgemustert werden – wie auch immer so etwas aussehen könnte.

Es braucht also neue Spielregeln zum Wohle aller – auch den heutigen, mutmaßlichen Gewinnern des Systems soll damit gedient werden.

Mit einfach nur Geld einsammeln und flickwerk-artig das Richtige tun dürfte es nicht mehr getan sein.

Wahrlich tugendhaft dürfte eine Abkehr vom „Plus Ultra“ der Moderne sein.
Eine neue Ausrichtung auf ethisch und faktisch tragbare Wege für unsere Gesellschaft.

Und wie es schon richtig formuliert wurde:

Reichtum verpflichtet

Lasst uns alle gemeinsam daran arbeiten damit wir nicht bald schon im Boden versinken …

Heureka

Euer naturmensch.digital

Ach ja ich oute mich natürlich!
Ich bin in zweierlei Hinsicht eine Seltenheit:
1. Ich darf mich wohl unter das
 glückliche 1% der Erdbevölkerung einreihen
2. Viele behaupten ich bin so ein Typ der am eigenen Stuhlbein sägt, doch die verstehen bloß nicht was mich wirklich motiviert …

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