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Gründer: Sind wir gut? Sind wir schlecht?

Von Gründern und Jungunternehmern die es wirklich drauf haben

aber es nicht merken oder wahrhaben wollen…

Gestern hatte ich wieder mal einen genialen Abend mit zwei Gründern die es richtig drauf haben und eine perfekte Kombination gemeinsam abgeben.

Im folgenden Dialog könnt ihr mitverfolgen wie stark herausragende und energetische Gründer auch heute noch durch das Umfeld und dessen Einflüsse eine verschobene Selbstwahrnehmung bekommen (wie vor mehr als 20 Jahren auch schon). Und natürlich auch welche Heilmittel ich dazu verschreiben würde …

HINWEIS:
Wer es nicht so mit persönlicher Prosa hat und
die Normalität der Gründerstimmung gerne überspringen will
geht gleich zum zweiten Teil …

Hauptdarsteller der persönlichen Erlebniserzählung:
M. Münchener Jungunternehmer, B. Gründer und Programmierer aus dem Münchener Süden, H. Gründer – unheilbar

cafe kaffee um die eckeSzene: Café abends im Münchener Studentenviertel

 

M. und H. treffen sich in einem netten studentischen Café kurz vor 18 Uhr …
M. ist bereits da und hat schon einen Tisch ergattert
H. kommt dazu und freut sich sichtlich auf das  nach fast 6 Monaten riesig auf das Treffen und den Austausch

H.: „Und? Wie waren die letzten Monate? Wie hat der Start in’s neue Jahr begonnen? Sylvester und so?“

M.: „Ja war gut, wir haben mit Freunden …“

Nach kurzer Zeit krippelt es bereits auf beiden Seiten: Wer fängt an, wo stehen wir? Endlich …
Die Ergebnisse und Themen in Sachen Startup, Produkterfolg und aktuelle Schmerzthemen kommen auf den Tisch – noch vor dem Essen …

B. ist noch unterwegs, verspätet sich ein bisschen. Die beiden legen schon mal los …

M. meint: “Die letzten Monate wenig Veränderung an sich. d.h. Stück für Stück langsamer und mühesehliger Ausbau des Produktgeschäftes; zähe Akquise und aufwendige Ersteinführungsaufwände und so. Aber immerhin: Das Kernteam hat es geschafft 1/5 des Umsatzes bereits mit Produktgeschäft zu generieren. Jetzt geht es vor allem darum einige neue Ansätze der Produktplatzierung in verschiedenen, neuen Kontexten zu testen da der aktuelle Zielmarkt nicht ganz so “smooth” läuft wie erhofft.”

H.: “Finde ich klasse! Ich für meinen Teil habe auch aktuell eigene Erfahrungen was den professionellen Direktverkauf meines Produktes betrifft. Nach fast 10K hart überlegtem Invest in Messen, Conventions und anderen Events und der Hochrechnung des zu erwartenden Lifetime-Values der gewonnenen Kunden auf vorsichtige 2,5 Jahre: Es fehlt noch ein Tausender zur schwarzen 0!

Es sind noch einige Nachzügler in der Pipe; viele neue Kontakte wissen jetzt dass es das Produkt gibt UND lst but not least:
Zwei strategische Partnerschaften scheinen auch langsam daraus zu gedeihen.

OK soweit so gut. Doch prickelnd und Vollgas-Erfolg sieht anders aus!

Fazit: Ging mir alles zu langsam mit dem konservativen Pack hier im deutschsprachigen Raum. von 1.000 sind 990 Lemminge und die 10 mutigen und vorausdenkenden müssen erstmal gefunden und an die Lösung herangeführt werden …

Folge: Ausbruch aus „dem üblichen Vorgehen“ … Internationale Tour zur Gewinnung innovativer, progressiver Partner aus dem Bereich Boutique Agenturen in vier mit Bedacht vorab selektierten Weltregionen. Denn das sind wieder ein paar Steine die auf die Straße rollen …

Aufwand: Geld, Zeit und jede Menge Sätze heißer Ohren. Warum? Naja wenn ein bayerisch-tirolerischer Haudegen ohne Sprachniveau bei Ihnen als international agierendem Player aufschlagen würde … was würde wohl passieren?

Ergebnis: 3 Piloten “unter Vertrag” und heftiges Streamlining des Produkts als Hausaufgabe mitgenommen …

M.: Hm… bei uns passiert gerade das Gegenteil. Wir werden jetzt jeden Monat einen neuen Produktkontext ausgestalten und draußen in der Akquise antesten. Wir brauchen neue Umsatzimpulse und in der aktuellen Zielliste und dem aktuellen Verkaufskontext ist etwas die Luft raus.

B. stoßt dazu und bringt kurz seine Neujahrsvariante als frisch gebackener Vater dazu …

zurück zum Thema:

B.: “Wir schaffen es immer sehr gut zwei Kunden zu gewinnen und zu bedienen und dann wird es hart und unerfreulich in Sachen Verkaufseinsatz zu Erfolg”

H.: “Das verstehe ich nicht ganz, denn die ersten beiden Kunden sind doch viel schwerer als die nächsten oder nicht?”

B.: “Mag sein, aber Vertrieb trotz Fleiß und ignorieren der Reizlosigkeit im Doing ist an der Stelle aufwendig und das Ergebnis lässt auf sich warten”

H.: “Hey woran liegt es denn?”

nach längerem Hin und Her gelangen die drei zur typischen Gauß-Verteilung von Early-Adopters & Co. und analysieren das aktuelle Kundenumfeld nicht nur nach Zielpersonen/Entscheider sondern auch in Sachen Kundengröße, Branche, Budgets und vor allem Einkaufsverhalten ein.

M.: “Also X EUR pro Kunde pro Abrechnungsperiode schaffen wir eigentlich schon immer…Wir kriegen halt nach den zweien … die und die … und es geht so dahin mit Auf und Nieder, Für und Wider …

Plötzlich platzt B. heraus: “Wir kriegen den Speed und den Erfolg einfach nicht so schnell hin. Sind wir da alleine oder geht das anderen auch so? Wir kämpfen schon relativ lange an der Basis und kriegen das Ding nicht so richtig zum fliegen und abheben momentan …”

H.: lacht hellauf und meint nur “Ihr seid spitze und vielen Möchtegerns mit Investoren in der Seed-Phase weit voraus! Viele die ich mitbekommen habe und auch aktuelle Fälle die ich kenne sind quasi heute schon zum scheitern verurteilt, weil Ende Seed oder gar Anfang A bereits das Investitionspulver in Sachen Hype, Geld und Anteile “gespielt” ist und jede Kertwende oder auch nurstrategische Anpassung mit Rückschritten keine Entscheidungsmehrheit mehr findet! Also seid froh um Eure heutige Siutation!

chancen und risiken bei der umsetzung startup

Wo geht es hin?

Ihr habt die wertvollsten “Assets” die man sich vorstellen kann: Positiver Cashflow, schlankes und schlagkräftiges Unternehmerteam und den ungebrochenen Willen und den Hunger “es” zu schaffen sprich die Produktkurve zu realisieren! YES so muss Technik Smile

M.: Du hast gut reden, Du hast schon Exits hinter Dir und gehst Deine aktuelle Sache zielstrebig und doch gelassen an …”

(Wenn die wüssten wie innerlich unruhig ich wirklich bin und wie ungeduldig dabei ich selbst noch jedesmal aufs neue bin. Denn Sicherheit und Planbarkeit im engen Sinne gibt es dabei nicht und wird es wohl auch nie geben…)

H.: “Hey, das stimmt nicht! Aber egal … Anderes Thema: Anzahl Zielkunden x Einzelumsatz x Perioden = … so wie sieht das Target Profil aus? Habt Ihr die Value Proposition … Kennt Ihr die Kaufargumente des Gegenübers? … bla bla …

ca. 2 Std. und 10 Anekdoten von H. später … (es muss mühsam sein mir solche Abende durchzustehen!) …

H.: “Ihr habt also jetzt 0-4 als next steps: 0. als Basis und 1.-4. als klar zu exekutierende Schritte mit einschätzbarem Aufwand und Zeithorizont sowie dann messbaren Ergebnissen egal ob gut oder schlecht … und dann ist da noch die Belohnungsaktion mit Londen!” (grinst)

B.:”So und wollten wir nicht auch Dich mit unserem Produkt  glücklich machen?”

H.: “Oh ja! Das habe ich auch mit M. ganz am Anfang schon eingeleitet. Nur ohne Dich als Techniker machte es keinen Sinn die beiden Ansatzpunkte zu vertiefen … bla bla schwall. …framework … Schnittstelle hier Schnittstelle da … türkischer Basar in Sachen Aufwände hier und Einwände in Sachen Machbarkeit und Zeit dort …

“Ok, das klingt nach einem Plan. Dann machen wir 1in Q1 und das ist dann auch fertig bis zum Launch meiner NextGen. 2a kommt dann in Q2 und den Rest sehen wir wenn es soweit ist!”

B.:”Cool. Kannst Du mich mit raus nehmen in den Münchener Süden?”

H.: “Na klar!”

alle zahlen getrennt die Zeche und ziehen ins Gespräch vertieft von dannen…

Was schwingt mit? Was ist dran?

 

Nicht das Aufschauen zu “denen die schon weiter sind”, nicht die Hoffnung auf “Ultra-Speed” durch “fremde Kohle” bringt den Erfolg!
Nein!

Mut und Selbstvertrauen mit wiederkehrenden Review- & Feedback-Runden hilft das Ruder in die richtige Stellung zu bringen.

Wochen und Monate lang muss gerudert, gelernt und gemacht werden. “Gefühle” in Sachen “nichts weitergebracht” muss in “Fortschritte hier und dort” und Rückschläge bzw. Lernerfahrung “hier und dort” übersetzt werden.

Ultra Speed High Turbo Zeitmaschine Risiko

Vollkaracho

Aus 2 oder 3 Jahren Ultraspeed auf Basis aufgeblasen durch „künstliche“ Elektroschocks in Form von Risikokapital sollte ein bodenständiger 5-7 Jahre dauernde Prozess erwartet werden. Dieser ist “gnadenlos durchzuziehen” und durchzuhalten!

Nur wer sich so realistisch darauf einstellt und die Arbeitsweisen darauf einphast ist meineserachtens auf dem richtigen Weg.

Dabei sind die Hauptbremser weder die Produktentwicklung noch die “böse, schnelle, ausfinanzierte Konkurrenz”!

Nein! Wer wirklich die Brücke schlagen will, für seine Kunden und die eigene Zukunft, der muss seinen Zielmarkt an die innovative Lösung heranführen und selbst dabei zum Marktspezialisten heranwachsen.

Wenn hierbei Technologie, Orga mit einer Kultur der konsequenten Kundenorientierung und Vermarktung in Einklang bringt, dabei schlank und schlagkräftig agiert DER wird eine herausragende Erfolgsgeschichte schreiben!

Ich will an dieser Stelle warnen!

Hintergrund:

bauchladen bunte mischung

Vorsicht Bauchladengefahr!

Immer wieder hört man von Startup-Profis im internationalen Umfeld den Spruch “let a thousand flowers blossom” – angeblich die Geheimformel für experimentalen Erfolg auf Basis vieler, schneller Fehler und kleiner Mißerfolge …

Tatsächlich kommt diese Stimme erst auf sobald der Businessplan das 2. oder 3. mal schon komplett von der Realität umgeschrieben wurde.
(Hierzu ein interessanter englisch-sprachiger Artikel: http://www.gigamonkeys.com/flowers/)

Meine Ansicht dazu:

Ja da ist etwas dran. Mit fehlertoleranter Grundeinstellung und neugieriger Haltung und dem immerwährenden Ziel von Kundennutzen nach außen wirken und durch Impulse von außen eine Markt-Produkt-Passung schaffen. So verstanden ein guter und wichtiger Ansatz!

Während der Produktreifung ist also unabdingbar im Kundensinne zu agieren. Dabei den Hebel für Nutzen herauszukitzeln durch Varianten- und Ideenreichtum gemeinsam einzigartigen Mehrwert generieren – sehr gut!

Wer hier dann meint alles mit jedem probieren zu müssen, der wird nach einigen Schwindelanfällen nicht nur baden gehen sondern regelrecht in Konfusion und Überarbeitung ertrinken!

Aus nun fast 25 Jahren Erfahrung – und da war viel Schmerz und Ungläubigkeit dabei – ziehe ich eine Hauptaussage und will diese als deutliche Warnung aussprechen:

Hebelwirkung Nutzen maximal

Hebel gefunden?

Identifiziere und isoliere so schnell wie möglich die Kernkompetenz.

Finde den lukrativsten Zielmarkt für diese Kernkompetenz und gehe dann erst in die variantenreiche Tiefe um Deine einzigartige Lösung in ein Produkt zu gießen.

Alles andere kann Dich nicht nur töten sondern wird es wahrscheinlich tun!

 

 

 

So das war es für heute … war mal wieder richtig entspannend und schön Münchener Studentenluft zu schnuppern und dem Dialekt freien Lauf zu lassen …

Ich wünsche den beiden und allen übrigen wackeren Jungunternehmern die in ähnlicher Situation stecken Mut, Kraft und Ausdauer, vor allem aber gesundes Selbstwertgefühl!

Auf in die nächste Runde! Ich freue mich schon jetzt auf Q2 wenn es wieder heißt:

“Hallo Heinz! Wann und wo treffen wir uns? Wir sind wieder soweit!”


Begleitmaterial für hungrige, junge und wilde …

 

fast schon verstaubter Internet-Klassiker:
HBR ORG: „Organizing for High-Tech Marketing“

hbr.org – organizing-for-high-tech-marketing

Tech Stars Blog COM: „9 Marketing Tactics for New Startups“
techstars.com – 9-marketing-tactics-new-startups

Micro Ventures COM: „Early Stage vs. Late Stage Companies“
microventures.com – early-stage-vs-late-stage

Startup Runner COM: „Customer Segments For Startups“
startuprunner.com – customer-segments

WSJ COM: „Part II: How VCs Test Market Demand“
blogs.wsj.com accelerators – part-ii-how-vcs-test-market-demand

Just Creative COM: „20 Start-Up Marketing Strategies that Always Work!“
justcreative.com – best-start-up-marketing-strategies

Entrepreneur COM: „3 Steps to Determine Product-Market Fit“
entrepreneur.com article 236833

Startup Marketing COM: „The Startup Pyramid“
startup-marketing.com the-startup-pyramid

Business COM: „Three Keys to Finding your Startup’s Product Market Fit“
business.com marketing nathan-resnick-product-market-fit

Lean Startup CO: „A Playbook for Achieving Product-Market Fit“
leanstartup.co a-playbook-for-achieving-product-market-fit

Giga Monkeys COM: „Let A 1,000 Flowers Bloom. Then RIP 999 of them out by the roots“
gigamonkeys.com – flowers

 

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