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Mensch, nerv‘ nicht!

Nicht erst seit dem Buch von Thomas Wehrs „Störfall Mensch!“ spukt das Thema der digitalen Erfahrungswelt umher.
Sein Homo Digitalis findet sich auch in den futuristischen Darstellungen des Gerd Leonhard und seiner „Technology vs. Humanity“ Ausführungen.

Was passiert mit unserer Lebensfreude, unseren Emotionen und der Art Beziehungen zu hegen und zu pflegen wenn eine digitale Welt mehr und mehr in unseren Alltag Einzug hält?

Nein, ich spreche hier nicht vorwiegend von den Effizienzsteigerungen, der besseren Produktivität und dem Allerlei an Bequemlichkeiten die diese neue Welt schon seit längerem mit sich bringt.
Ich spreche von den Störungen und Phänomenen die diese technisierten Auswüchse heute schon hat.

Unser aller Spontaneität und Empathie wird stark in Mitleidenschaft gezogen!
Was wir noch als wahr und richtig ansehen verändert sich rasant!
Im Rausch der Zahlen und Möglichkeiten scheinen bisherige Lebensentwürfe und Erfolgsstrategien unter zu gehen!

Wird der Mensch freier oder unfreier  durch die Digitalisierung unserer Lebenswelt?

Wie steht es um unseren Bedürfnissen, Beziehungen und Gefühle?

Wird alles Gut, wird alles nur noch schlechter?

Bekommen wir dank Bits, Bytes und Bots eine Spaltung der Gesellschaft?
Ja gar der engsten Familienkreise?

  • Wohin führt die Reise?
  • Alles nur noch künstlich?

Nein, nein ich meine damit nicht die horrenden Zukunftsszenarios auf Basis prognostizierter Megatrends die uns laut Futuristen noch bevorstehen.
Ich meine damit die heutige Erfahrungswelt eines Großteils der Menschen die in der digitalen Wolke aus Handies, Apps, PC-Arbeitsplatz und Laptop als Grundausstattung
und der erweiterten Welt aus Spielekonsolen, Smart-Watches und Internet-Fernsehern kaum mehr ein Auge hervor tun in die Welt der Offline-Beziehungen.

Fühlen Sie sich nicht auch gestört wenn ein Mensch in der U-Bahn auf Ihr Handy-Display sieht?
Soll er doch sein eigenes nutzen und in seiner Welt bleiben!

In welch‘ einer Welt leben wir bereits wenn es normaler ist, dass aufregende Momente mit dem Objektiv der Mobilkamera bzw. dem Handy aufgenommen und geteilt werden,
statt aktiv dabei zu sein und wirklich in die Lebenswelt um uns herum einzugreifen?

Es muss ja nicht gleich die passiv gefilmte Überfall- oder Schlägerei-Situation sein bei der wir uns raushalten. Es reicht ja schon wenn jemand einfache Hilfe bräuchte
und ach so ulkig aussieht weil er es einfach nicht alleine schafft und wir wieder mal einen der lustigsten Momente unseres Tages filmen und teilen können …

Ja, ja ich weiß, das ist alles vorsintflutlich und abgedroschen was ich hier aus der Live-Erfahrung meines nicht minder digitalen Lebens von mir gebe.

Ich meine ja nur, sind nicht Nähe, Gespräche und gemeinsam verbrachte Zeit noch vor wenigen Jahren anders definiert und gelebt worden?

Ein Großteil der gelebten, verbrachten und gefühlten Zeit dieser Welt wandert ab in eine Zwischensphäre digitaler Intermediäre.

Doch was geht denn wirklich verloren? Was gewinnt man dazu?

Worin liegt der Reiz und was passiert da gerade mit den meisten von uns?

Wenn viele von uns dabei von „gestört“ und „erkaltet“ reden, dann meinen sie damit bestimmt den Verlust an Tiefe und Stärke der Gefühle, die so wohl in der „neuen Welt“ nicht mehr vorhanden zu sein scheinen.

Doch ist das wirklich so?

Geht Intensität und Verbindlichkeit vor die Hunde im digitalen Universum?

Schaut man auf die Kontaktvielzahl, die Selbstverwirklichungsmöglichkeiten und die gelebte Autonomie der Vorreiter des Digitalen, so könnte man meinen
ein wahrer Götterfunke zieht vorbei.

Checken Sie doch nur mal die Facebook-Accounts der wirklich hippen Leute ab und Sie werden merken:

Da geht was!

Doch sind das noch soziale Kontakte?

Gilt das noch als tiefgreifend beliebt, wenn man Millionen an Klicks und Views auf sich zieht?

Wo hört virtueller Voyeurismus auf und wo beginnt wahres Interesse?

Der digitale Overkill hinterlässt seine Spuren

Was früher als Fernsehschirm schon massive Auswirkungen auf das Alltagsverhalten hatte dürfte heute eine wahre Welle der Veränderung mit sich bringen.

Von einer „digitalen Kultur“ wird gesprochen.
Doch eine epochale, traumatische Veränderung des Kommunikationsverhaltens trifft es wohl eher.

Technik überall:
Mikrofone, Kameras, Lautsprecher, Monitore und Kopfhöhrer überall

Manche nennen es Überwachungsstaat nach Orwell und andere sehen darin eine kollektive Verbrüderung ohne Macht von oben.

Hm … eines bleibt Fakt:
Nichts mehr geht ohne Verbindungstechnologie!

Kaum einer kommt noch ohne Google, Facebook & Co. durch den Tag!

Der Homo Digitalis ist schon angekommen in dieser Welt.

Alles wird gemessen, gespeichert und verwertet – ja schlußendlich geht es um Monetarisierung!

Wir alle und all unsere Beziehungen zu Menschen und Gegenständen sind zum Wirtschaftsfaktor verkommen und bewegen uns wie in einem digitalen Maskenball.

Weder politisch noch gesellschaftlich geht noch irgendetwas ohne Medien und digitale Welt.
Selbst die Kunst- und unsere Kulturlandschaft basiert zunehmend auf medialen Gesetzen und zieht in raschen Schritten um in die digitale Welt.

Doch wo bleiben die alten Werte? Was bedeutet heute dabei Sinn, Erfüllung und Glück?

Worin findet der moderne Mensch seine Erfüllung und was macht ihm noch Mut?
Welche Erwartungen an ein sinnvolles Leben existieren da draußen?

Wird alles optimal und aalglatt?
Alle Widerstände und all die Ungemach des Offline-Lebens müssen verschwinden?

Hui, na das könnte noch eine tolle Achterbahnfahrt des Lebens werden …

Wenn nur noch die digitale Werkbank zählt dürfte es bald schon einen Phänomen-Hagel geben …

Das atemberaubende Tempo, mit dem die Digitalisierung fortschreitet deutet darauf hin,

dass nicht langsam aber sicher Moral und Ethik im Zeitalter der Algorithmen und digitalen Revolution eine andere sein wird.

Eine Zeit in der der Mensch als Daten- und Informationsträger fungiert ist nicht nur schon angebrochen sondern schreitet uneingeschränkt fort.

Machen Sie sich bereit für den wuchtigsten Wandel aller Zeiten!

Schnallen Sie sich an, oder schnallen Sie sich ab – es liegt an Ihnen das Richtige einzuleiten und auch zu tun!

Sie wollen Eindrücke einfangen was ganz normale Menschen in vertrauensvollem Kreise dazu denken und fühlen?

Besuchen Sie die Zusammenfassung des letzten CryptoCircles des Unterguggenberger Instituts, den ich leiten durfte:
https://unterguggenberger.org/cryptocircle-juni-2018-ethik-im-digitalen-zeitalter/

Sie werden merken welch‘ starke Gegenbewegung zu Globalisierung, Digitalisierung und Kommerzialisierung als Grundenergie darin steckt.

So wie uns heute die Welt präsentiert und geliefert wird müssen wir sie nicht passiv annehmen!
Wenn wir nur stark genug an unseren Gewohnheiten und Einstellungen arbeiten, so gelingt es uns das Leben als Mensch lebenswert und liebenswert zu gestalten.

Setzen Sie sich auf Basis intimster Kenntnis mit dem System „Digitale Welt“ auseinander und fällen Sie Ihre eigenen Entscheidungen
Jenseits von Kommerz und Selbstausbeutung!

Ihre und unsere Freiheit besteht im eigenen, persönlichen Handlungsspielraum.

Kratzen Sie ruhig an Tabus und den Grundfesten der heutigen Weltordnung.
Weder synthetische Nahrung, noch übertriebene Leistungserfordernisse sind zwingend vorgegeben.

Lediglich die heutige Wirtschafts- und Handlungsweisen schreien nach Designmenschen, digitalen Prothesen und einer bisher ungekannten Selbstausbeutung in Form von Selbstverwertung und Selbstoptimierung.

Lassen Sie sich von neuen, aufziehenden Glaubenslehren des Übermenschlichen nicht verrückt machen
und schon gar nicht einfangen und fragmentieren.

Fangen Sie die Zeichen der Zeit in einer fast schon ent-grenzten Digitalwelt ein und münzen Sie diese um in das was es wirklich ist:

Ein Aufruf zu Zusammenhalt und Zugehörigkeit zur Spezies Mensch!

Denn Menschen die permanent der Überforderung ausgesetzt sind leiden und suchen nach Halt und Begrenzung.

Lassen Sie es nicht soweit kommen, dass Sie sich zurückziehen in die kalte und anonyme Welt der „Digitalen Player“

Vertrauen Sie auf intuitive, alte Gewohnheiten und oft als tradiert bezeichnete Verhaltensweisen in einer ach so modern gewordenen Welt.

Back to the roots!

Greifbar, kontrollierbar und Vertrauen schaffend – das sind die alten und neuen Werte die den Menschen als
Beziehungsbasis verbleiben.

Und genau hier ist eine mehr als deutliche Gegenbewegung zu den heutigen, lauthalsigen Fanfaren der „modernen Welt“ zu hören.

Zunehmend wird es „da draußen“ unbehaglich und unbegreiflich!

Wir werden bombardiert von begrifflichen Schwergewichten wie

  • Digitale Transformation, ja gar digitale Disruption
  • Artificial Intelligence, also künstlicher Intelligenz
  • Big Data, also Unmengen an Daten
  • Internet of Things, dem Internet der Dinge
  • Virtual Reality & Augmented Reality, also virtuelle Welten
  • oder gar dem Maschinenzeitalter an sich

Vergessen Sie für einen kurzen Moment mal all‘ diese hippen und teilweise ungreifbaren Neuerungen
(Smart Home, Wearable, Connected Car, Shitstorm, Self-Tracking. Lovenomics, Cyber Stalking, Dark Net, Deep Net, …)

Finden Sie Ruhe in der Tatsache, dass ihre greifbare Realität immer noch die ist, die Sie kennen!

Trotz des zunehmenden digitalen Kosmos und dem damit verbundenen Fluchtverhalten vieler in diese neue, unverbindliche Welt
bleiben Ihnen viele Optionen:

  • Bleiben Sie veränderungsbereit und handeln Sie bewußt
  • Erkennen Sie Notwendigkeiten und handeln doch natürlich und selbstbewußt
  • Pflegen Sie Ihre Beziehungen und handeln Sie besonnen und offen

Und vergessen Sie eines nicht:
Der Mensch ist körperlich noch kaum verändert im direkten Vergleich mit seinen Steinzeitvorfahren!

Unser Überleben steht und fällt mit der Zugehörigkeit zur Horde.
Fragt sich nur wie Ihre heute schon und morgen dann aussehen wird 🙂

Bringen Sie sich und Ihren digitalen Alltag in Einklang!

Also:
Hirn und Herz einschalten, wenn es wieder mal so scheint, dass
„der Mensch nervt“ …

Euer Naturmensch.digital

Heinz J. Hafner


Inspirationen, Quellen und interessante Adressen im Netz

Thomas Wehrs
„Störfall Mensch!“
Zum Buch
Leseprobe

Gerd Leonhard
„Technology vs. Humanity“
Zum Buch

Unterguggenberger Institut
„CryptoCircle Juni 2018“
Zum Nachfassbeitrag

Heinz J. Hafner
„naturmensch.digital: Digitale Ethik“
Zum Beitrag

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